Hospitaliter-Kommende-Südbaden e.V.

 



 Raymund de Puy

 

Die Statuten,welche der Großmeister Raymund de Puy dem Orden gegeben und den Brüdern zur strengen Befolgung nach seinem Tode schriftlich hinterließ, waren im Ganzen denjenigen der Teplerherren änlich, jedoch weniger streng und in der Sache des Gottesdienstes nach den Regeln des h.Benedict entworfen.

Quelle:
Geschichte des Johanniterordens
von  Karl Falkenstein 1867

 

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Ihr Hauptinhalt ist, mit Übergebung der bloßen Disciplinarregeln, ungefähr folgender:

 

 Ordensregeln

 

 Jeder Bruder, welcher in den Orden treten will, soll die drei kanonischen Gelübte    halten: Keuscheit, Gehorsam und Armut, d.h. kein Eigentum haben

Jeder Bruder soll die Kranken, welche in das Ordenshaus aufgenommen werden, mit aller Sorgfalt und Mühe, gepflegt nach Einkünften des halten und herrlich bedienen.

Alle und Jeder, dafern sie nicht durch Krankheit oder Altesschwäche verhindert sind, sollen gegen die Ungläubigen zu Felde ziehen und die Feinde der Christenheit mit Kraft und Wissen bekämpfen.

Die Brüder müssen der Gerechtigkeit und Tugend dienen, die Unterdrückten beschützen, die Witwen und Waisen verteidigen und vor allem gegen die Heiden und Mohammedaner kriegen, sie verfolgen gleichwie die Makkabäer gegen die Feinde Gottes getan.

Sie sollen sich des Gottesdienstes befleißigen und außer den sieben Horen täglich noch einhundertundfünfzig Padernoster sprechen.

Zu bestimmten Zeiten sollen sie fasten und im Jahr drei mal das heilige Sakrament  der Beichte und des Abendmahls empfangen, nämlich Ostern, Pfingsten und Weihnachten

An den vorgeschriebenen Tagen sollen sie an den Prozessionen, einer nach dem anderen, wie sie in den Orden aufgenommen  sind, teilnehmen, Gott um Freiden und Eintracht in der Christenheit anrufen, und  für den Großmeister und die sämtlichen Ritter bitten.

Bei der gemeinschaftlichen Tafel soll der Lektor aus einem erbaulichen Buch  vorlesen.

Jeder Bruder soll mäßig, nüchtern und einfach leben, das Ordenshabit,nämlich das schwarze Gewand, auf dessen linke Seiten das weißleinene Kreuz mit acht ecken befestigt ist, beständig tragen und niemals ohne dieses Zeichen des Ordens.

In Kriegszeiten sollen die Ritter statt ds schwarzen Ordenskleid ( Sutane ) einen roten Waffenrock, über welchen sowohl auf der Brust als auf dem Rücken in ganter Länge das Kreuz hinweggeht, zur Bekleidung haben.

Wer in den Orden aufgenommen zu werden begehrt, soll rein und ohne Makel an Blut, Körper und Leben sein, er muss von adligem und christlichem Herkommen, auch in gesetzlicher Ehe erzeugt und gebohren sein, daher er sich auch anheischig machen muss, seinen Adel von acht Ahnen ( vier von beiden Eltern)zu beweisen

Niemand soll aufgenommen werden, der schon einem anderen Orden angehört, hörig oder Leibeigen ist, ebenso wenig Jemand, der von Maranen, Juden, Sarazenen und Mohammedanern abstammt, auch selbst wenn er ein Fürstensohn wäre.

Die Aufnahme in den Orden bedingt wenigstens das dreizehn Jahre, geraden, starken und abgehärteten Leib, adligen Sinn und Sitten

Die Brüdr sollen sich keinem Menschen auf  Erden mit einem Eid verpflichteten, auch keine Kriegsschiffe ohne Wissen des Meisters bewaffnen.

Wenn christliche Fürsten unter einander Krieg führen, so sollen sie parteilos bleiben und Alles verwenden, um sie zu versöhnen.

Die Übertretung der Gesetze soll mit zeitlichen und ewigen Strafen belegt sein. Die Ordnung des Ranges soll beobachtet werden in der Kirche, im Kapitel und an der Tafel, so wie ein Jeder nach dem anderen in den Orden gekommen. In den Tagen der Versammlung und bei dem jedermaligen General-Konvent, so man auf die Quatember zu halten pflegt, soll die Ordensregel im Beisein aller Brüder laut und vernehmlich vorgelesen werden.    

Quelle:  Geschichte des Johanniter-Ordens von Dr. E. L.Wedekind



 

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